Da wir im fünften Semester zwei Tage pro Woche bei der SAT sind, und davon einer für den Simulator reserviert ist, haben sich das mittlerweile schon 12 Stunden FNPT angesammelt. Das Ziel des FNPT ist es die Verfahren rund um die IFR-Navigation zu üben. Das begann in der ersten Stunde mit dem reinen „Attitude Flying“ nur nach Instrumenten. Da sich der Simulator nicht bewegt und die synthetische Sicht bereits kurz nach dem Start grau in grau wird, ist das gar nicht so einfach. Nach und nach kamen dann immer mehr Procedures wie QDM/QDR-Interception, Baseturn, 45°-Procedure turn, Holding, DME-Arc, etc. hinzu. Seit letzter Woche erschwert uns nun auch noch der Wind das Fliegen. Ab nächster Woche beginnen dann die Anflüge, zuerst mit Hilfe des ILS, später dann auch Non-Precision-Approaches wie VOR/DME-, oder NDB-Approaches. Und das natürlich unter minimalen Sichtbedingungen, was bedeutet, dass der Himmel die meiste Zeit grau in grau ist...
Immer nur grau aus dem Cockpit zu sehen ist schon etwas eintönig, umso mehr freute ich mich aufs „richtige“ Fliegen mit meiner Freundin am Sonntag. Leider konnte ich ein Flugzeug nur noch bis 14:00 Uhr reservieren. Und da Birrfeld bekanntermassen in einem regelrechten Nebelloch liegt, drohte mein geplanter Rundflug dem Grau zum Opfer zu fallen...
Mit einer grossen Portion Optimismus machten wir uns bereits um 10:00 Uhr auf den Weg in Richtung Birrfeld, schliesslich war in Effretikon schon das schönste Wetter. Doch der Nebel liess nicht lange auf sich warten und bereits in Zürich war der blaue Himmel dem kalten Grau gewichen. Die Hoffnung wollten wir aber nicht so schnell aufgeben, vielleicht verzieht sich der Nebel ja noch rechtzeitig...
Und so begann das grosse Warten. Die Sonntagszeitungen waren bald einmal gelesen, doch der Himmel war immer noch grau in grau. Mit jeder Minute die wir länger am Boden warten mussten, verkürzte sich auch unser geplanter Rundflug. Bald einmal mussten wir mit dem Gedanken spielen, unser Rundflug ganz zu verschieben und ohne eine geflogene Minute wieder nach Hause zu fahren...
Doch Petrus hatte Erbarmen mit uns. Gegen 13:00 Uhr tat sich der Himmel auf und liess ein Flug nach Sichtflugregeln zu. Schnell noch das Flugzeug auftanken, die Checklisten sauber durcharbeiten und dann ging es ab in die Luft. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Da wir um 14:00 Uhr wieder zurück in Birrfeld sein mussten, blieb uns nichts anderes übrig, als unseren geplanten Alpenflug abzukürzen. So flogen wir zuerst der Reuss entlang in Richtung Innerschweiz, dann drehten wir eine Runde um die Rigi und machten noch einen Abstecher über Luzern. Nach einer knappen Dreiviertelstunde in der Luft landeten wir wieder in Birrfeld. Schade, dass wir nicht länger in der Luft bleiben konnten, das Wetter wäre einfach traumhaft gewesen für einen ausgedehnten Alpenrundflug...
Ich freue mich schon auf den nächsten Flug. Hoffentlich spielt das Wetter bald wieder mit, sodass ich nicht zu lange warten muss. Jetzt geht es aber am Donnerstag erst einmal wieder zurück in den Simulator, wo der synthetische Himmel wieder grau in grau sein wird. Aber Zeit um rauszuschauen habe ich im FNPT eh nicht...
2 Kommentare:
Wenn man das Wetter in Zürich heute nimmt, ist Grau in Grau doch die richtige Übung, aber dafür bräuchte es doch keinen Sim ;)
Grüße
Joachim
Hoi Marco
Habe deinen letzten Eintrag gelesen und die tollen Fotos bewundert. Ich kann dich gut verstehen, dass du lieber in der Luft bist als im grauen Simulator. Das gehört aber auch zu deiner Ausbildung. Für einen Flug und als Sponsor an einem Sonntag bin ich gerne bereit.
Liebe Grüss
Kommentar veröffentlichen