Donnerstag, November 19, 2009

Wenn der Tag zu wenig Stunden hat...

... oder die Woche zu wenig Tage. So fühle ich mich im Moment. Die Arbeitsbelastung von Studium, ATPL-Prüfungen und FNPT-Sessions ist zur Zeit so gross, dass die Freizeit fast komplett gestrichen ist und ich denn noch das Gefühl habe, zu wenig Zeit für alles zu haben. Das ist auch der Grund, weshalb ich hier nicht regelmässiger schreibe. Nach den ATPL-Prüfungen anfangs Dezember wird das dann hoffentlich wieder besser und der eine odere andere Eintrag wird dann rückblickend folgen...

Montag, November 02, 2009

Grau in Grau

Die Zeit vergeht für mich momentan wie im Fluge. Das Semester hat doch erst gerade begonnen und jetzt ist schon wieder Halbzeit. Dies ist insbesondere daran zu erkennen, dass die Dozenten in dieser Zeit gerne ihre Prüfungen ansetzen. Heute ging es los mit MMI (Mensch-Maschinen-Interaktion), gefolgt von GOP (Ground Operation und Flughafenprozesse) am Mittwoch. Mit im Schnitt zwei Prüfungen geht es dann auch noch die nächsten Wochen so weiter. Langweilig wird es von der Studiumsseite her bestimmt nicht. Denn nebenbei bin ich auch noch fleissig am Lernen für die ATPL-Prüfungen, welche anfangs Dezember anstehen...

Da wir im fünften Semester zwei Tage pro Woche bei der SAT sind, und davon einer für den Simulator reserviert ist, haben sich das mittlerweile schon 12 Stunden FNPT angesammelt. Das Ziel des FNPT ist es die Verfahren rund um die IFR-Navigation zu üben. Das begann in der ersten Stunde mit dem reinen „Attitude Flying“ nur nach Instrumenten. Da sich der Simulator nicht bewegt und die synthetische Sicht bereits kurz nach dem Start grau in grau wird, ist das gar nicht so einfach. Nach und nach kamen dann immer mehr Procedures wie QDM/QDR-Interception, Baseturn, 45°-Procedure turn, Holding, DME-Arc, etc. hinzu. Seit letzter Woche erschwert uns nun auch noch der Wind das Fliegen. Ab nächster Woche beginnen dann die Anflüge, zuerst mit Hilfe des ILS, später dann auch Non-Precision-Approaches wie VOR/DME-, oder NDB-Approaches. Und das natürlich unter minimalen Sichtbedingungen, was bedeutet, dass der Himmel die meiste Zeit grau in grau ist...

Immer nur grau aus dem Cockpit zu sehen ist schon etwas eintönig, umso mehr freute ich mich aufs „richtige“ Fliegen mit meiner Freundin am Sonntag. Leider konnte ich ein Flugzeug nur noch bis 14:00 Uhr reservieren. Und da Birrfeld bekanntermassen in einem regelrechten Nebelloch liegt, drohte mein geplanter Rundflug dem Grau zum Opfer zu fallen...

Mit einer grossen Portion Optimismus machten wir uns bereits um 10:00 Uhr auf den Weg in Richtung Birrfeld, schliesslich war in Effretikon schon das schönste Wetter. Doch der Nebel liess nicht lange auf sich warten und bereits in Zürich war der blaue Himmel dem kalten Grau gewichen. Die Hoffnung wollten wir aber nicht so schnell aufgeben, vielleicht verzieht sich der Nebel ja noch rechtzeitig...

Und so begann das grosse Warten. Die Sonntagszeitungen waren bald einmal gelesen, doch der Himmel war immer noch grau in grau. Mit jeder Minute die wir länger am Boden warten mussten, verkürzte sich auch unser geplanter Rundflug. Bald einmal mussten wir mit dem Gedanken spielen, unser Rundflug ganz zu verschieben und ohne eine geflogene Minute wieder nach Hause zu fahren...

Doch Petrus hatte Erbarmen mit uns. Gegen 13:00 Uhr tat sich der Himmel auf und liess ein Flug nach Sichtflugregeln zu. Schnell noch das Flugzeug auftanken, die Checklisten sauber durcharbeiten und dann ging es ab in die Luft. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Der Nebel verzieht sich
Da wir um 14:00 Uhr wieder zurück in Birrfeld sein mussten, blieb uns nichts anderes übrig, als unseren geplanten Alpenflug abzukürzen. So flogen wir zuerst der Reuss entlang in Richtung Innerschweiz, dann drehten wir eine Runde um die Rigi und machten noch einen Abstecher über Luzern. Nach einer knappen Dreiviertelstunde in der Luft landeten wir wieder in Birrfeld. Schade, dass wir nicht länger in der Luft bleiben konnten, das Wetter wäre einfach traumhaft gewesen für einen ausgedehnten Alpenrundflug...

Vierwaldstättersee
Blick in Richtung Pilatus
Rigi
Geniale Aussicht
Rigi
Ich freue mich schon auf den nächsten Flug. Hoffentlich spielt das Wetter bald wieder mit, sodass ich nicht zu lange warten muss. Jetzt geht es aber am Donnerstag erst einmal wieder zurück in den Simulator, wo der synthetische Himmel wieder grau in grau sein wird. Aber Zeit um rauszuschauen habe ich im FNPT eh nicht...

Donnerstag, Oktober 22, 2009

Erinnerungen an einen tollen Sommer

Ein paar Pilotenkollegen von mir haben im Sommer immer wieder mal eine Kamera mit ins Flugzeug genommen. Das Rohmaterial ist nun geschnitten und vertont. Das vollendete Werk möchte ich natürlich niemandem vorenthalten. Viel Spass mit dem Kurzfilm der PKZHAW2 über ihre Flugphase F1-F3 in Grenchen!

Montag, Oktober 05, 2009

Weihnachten im Oktober

Es wird nicht mehr lange dauern und die Schaufenster werden wieder für die Weihnachtstage dekoriert. Denn bereits jetzt gibt es Biberli mit Samichlaus-Motiven zu kaufen. Doch über Sinn und Unsinn davon will ich hier nicht schreiben...

Gleich im Anschluss an meine PPL-Grundausbildung bei der SAT in Grenchen entschloss ich mich eine Umschulung auf die DV20 Katana zu machen. Zusammen mit der Platzeinweisung in Birrfeld (LSZF) ging das in bloss zwei Tagen und vier Flügen über die Runden. So ist nun Birrfeld meine neue „Homebase“ für die Privatfliegerei geworden.

Am Freitag vor dem Semesterstart mietete ich dann auch gleich zum ersten Mal ein Flugzeug um mit einem Passagier in die Luft zu gehen. Das Privileg meines Erstfluges mit einem Passagier gehörte natürlich meiner Freundin. Leider spielte das Wetter aber nicht wirklich mit, der Hochnebel wollte sich einfach nicht auflösen. Dennoch starteten wir zu einem kurzen Flug zum Sempachersee, der alten Heimat meiner Freundin, und wieder zurück. Hoffentlich spielt dann beim nächsten Flug mit ihr das Wetter mit, sodass wir die Schweizer Alpen aus der Nähe betrachten können...

Gestern hatte ich nun erneut eine Katana für den ganzen Tag reserviert. Und dieses Mal meinte es auch Petrus gut mit uns und das Wetter zeigte sich von einer seiner besten Seiten. Mit meinen Eltern, meiner Schwester und ihrem Freund ging es mit einem nach dem anderen in die Luft in Richtung Zentralschweiz / Berneroberland. Jeder wollte eine etwas andere Route fliegen, sodass auch für mich als Pilot ein vielseitiges Programm auf dem Plan stand.

Einfach Traumhaft
Es war einfach traumhaft, egal ob wir jetzt am Pilatus, Titlis, Rigi, Jungfraujoch oder den Städten Bern, Interlaken und Luzern vorbei flogen. Nach der Landung war es schwierig festzustellen, wem der Flug jetzt mehr Spass gemacht hat: Dem Passagier, welcher zum ersten Mal mit mir durch die Schweiz fliegen durfte, oder dem Piloten, welcher nach fast einem Monat Unterbruch endlich wieder einmal seiner grossen Leidenschaft nachgehen konnte.

Und als hätte mir der gestrige Tag mit über fünf Stunden in der Luft nicht schon genügend Freude bereitet, schenkten mir meine lieben Passagiere (nochmals herzlichen Dank auch an dieser Stelle!!!) noch meinen Anteil der Flugkosten. Für mich war der gestrige Tag wie Weihnachten im Oktober...

Montag, September 14, 2009

Zurück auf die Schulbank

Heute hat für mich das Studium wieder begonnen. Als erstes Fach im 5. Semester stand heute Morgen Quality Management für Aviatik auf dem Stundenplan. Am Nachmittag hatten wir dann noch zwei Lektionen Mensch Maschinen Interaktion. Morgen beginnt dann der Tag mit vier Stunden Stochastik. Der Dienstagnachmittag steht für die Lizenzanwärter dann ganz im Zeichen der Vorbereitung für die restlichen ATPL-Theorieprüfungen. Am Mittwoch stehen dann noch vier Lektionen Flugoperation und Performance sowie Ground Operation / Flughafenprozesse auf dem Stundenplan.

Das wärs dann mit Fächern an der ZHAW, die restlichen beiden Tage verbringen die Lizenzanwärter bei der SAT am Flughafen Zürich. Dort wechseln sich dann Simulatorstunden im FNPT und weiterer Theorieunterricht ab.

Mehr zu meinem 5. Semester und der Ausbildung bei der SAT gibt es später...

Mittwoch, September 02, 2009

Abschlussreise(n)

Der Abschluss der dritten Flugphase bildet traditionell der 540km-Auslandsflug mit zwei oder drei Nightstops. Unsere ursprünglich geplante Route sah einmal so aus:

Day 1:
Grenchen (LSZG) - Grenoble (LFLS) - Avignon (LFMV) - Cannes (LFMD) - Calvi (LFKC)
Day 2:
Calvi (LFKC) - Marseille (LFML) - Perpignan (LFMP) - Sabadell (LELL)
Day 3:
Sabadell (LELL) - Reus (LERS) - Valencia (LEVC) - Saragossa (LEZG) - Sabadell (LELL)
Day 4:
Sabadell (LELL) - Carcassonne (LFMK) - Clermont-Ferrand (LFLC) - Genf (LSGG) - Grenchen (LSZG)

Dass wir die Reise nicht wie geplant fliegen konnten, mussten wir bereits vor dem Start in Grenchen realisieren. Mein spanisch sprechender Kollege rief sämtliche Flughäfen in Spanien an, um diese zu informieren, dass wir mit 8 Flugzeugen kommen werden und diese auch getankt werden müssen. Dabei sagten die Verantwortlichen aus Saragossa direkt, dass wir bei ihnen nicht willkommen seinen. Unsere Piper Archer wären ihnen zu klein... Nun gut, dann fiel Saragossa aus dem Programm. Was wir als Alternative fliegen sollten, das würde dann spontan und unterwegs entschieden. Dass wir aber die Reise auch sonst nicht wie geplant fliegen sollten, das konnte am Montag noch niemand ahnen...

540km - Day 1
Bei herrlichem Wetter, das Flugzeug vollgepackt und mit Maximum Take Off Weight brachen wir auf in Richtung Süden. Via die Transit Route South von Genf und dann querfeldein erreichten wir, vom starken Gegenwind abgesehen, ohne besondere Vorkommnisse unser erstes Etappenziel in Grenoble (LFLS). Ohne besondere Vorkommnisse galt aber nicht für alle Flugzeuge. Eine Crew musste bereits kurz nach dem Start in Grenchen wegen eines elektrischen Fehlers wieder umkehren. Dieser konnte dann aber zum Glück schnell behoben werden, sodass sie uns mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung nachfliegen konnten.

Nach Grenoble ging es weiter nach Avignon (LFMV) wo wir erneut den Piloten wechselten und das Flugzeug auftankten. Möglichst schnell wieder in die Luft gehen war die Devise, denn das Thermometer zeigte selbst im Schatten weit über 30 Grad. Und ich muss wohl nicht erwähnen, wie heiss es hinter einer Glasscheibe im Cockpit mitten auf einer geteerten Fläche ist. Der Schweiss floss jedenfalls in Strömen...

Also ging es weiter in Richtung Mittelmeer. Nachdem wir aufgrund eines Waldbrandes und der damit verbundenen Löscharbeiten mit Flugzeugen und Helikoptern etwas gegen Norden ausweichen mussten, sah ich seit langem wieder einmal das Meer. Und dann kam auch schon Cannes (LFMD) in Sicht.

Cannes
Nach einem erneuten Pilotenwechsel und dem obligaten Auftanken in Cannes ging es dann raus aufs offene Meer. Es ist schon eindrücklich, wenn man rund ums Flugzeug nur blau sieht und man den Horizont zwischen blauem Himmel und blauem Meer fast nicht mehr erkennen kann.

Meer so weit das Auge reicht
Nach rund einer Stunde Flugzeit übers Meer kam dann aber schon Korsika und damit auch unser letztes Etappenziel für den heutigen Tag in Sicht. Der Anflug auf Calvi (LFKC) führt direkt an der schmucken Altstadt und den vielen Yachten vorbei. Gemäss Wikipedia hat der Anflug auf Calvi sogar Ähnlichkeit mit dem legendären Anflug auf den ehemaligen Flughafen Kai Tak in Hongkong. Dies gilt aber wohl eher für die mit den grossen Jets als für uns mit dem kleinen Archer...

Calvi
Gelandet in Calvi bereiteten wir unsere Flugzeuge für den morgigen Flug vor. Allerdings durften wir nur soviel tanken wie absolut nötig, denn es bestand die Gefahr, dass der Fueltruck zuwenig für uns alle hatte. Nachdem dann auch die letzte Crew in Calvi eingetroffen war, wurden wir mit einem Car ins Zentrum der kleinen Stadt gefahren und bezogen unser Hotel. Leider war die Sonne gerade am untergehen, sodass ich auf ein Bad im Meer verzichtete und mich lieber der korsischen Küche widmete...

540km - Day 2
Der Fuel hatte doch für alle gereicht, sodass wir ohne Probleme hätten aufbrechen können. Doch von nun an ging nicht mehr viel nach Plan an diesem Tag. Eine wichtige Charaktereigenschaft eines Piloten, die Flexibilität, sollte an diesem Tag noch das eine oder andere Mal auf die Probe gestellt werden.

Während dem Meteobriefing zeigte sich, dass Ausläufer einer Front den Golfe du Lion treffen und somit auch unsere Route beeinträchtigen. Da wir nicht genau wussten, ob die Front auch Marseille (LFML) erreichen könnte und die Bodenzeit dort in der Regel zwei Stunden und mehr beträgt, entschieden die Fluglehrer, erst einmal direkt nach Cannes (LFMD) zurückzufliegen. Bei schönstem Wetter flogen wir also den gleichen Weg übers Meer zurück wie am Tag zuvor.

In Cannes angekommen begann das grosse Warten. Wie soll es nun weitergehen? Direkt nach Perpignan konnten wir nicht, nach Marseille wollten die Fluglehrer nicht und was das Wetter macht, wussten wir auch nicht so recht. Schnell einmal wurden Alternativen geprüft bis dann irgendwann kurz nach Mittag entschieden wurde, direkt nach Montpellier (LFMT) zu fliegen. Sollte sich bis zu unserer Ankunft das Wetter so verschlechtert haben, dann wären wir nur bis Marseille geflogen.

Nach kurzer Flugplanung und Vorbereitung ging es wieder in die Luft. Ich flog zuerst in lediglich 1500 Fuss über Meer der Côte d’Azur entlang. Unglaublich wie viele Yachten und Villen es auf dieser Strecke zu sehen gibt. Kurz vor Marseille musste ich dann sogar auf 600 ft absinken. Im Tiefflug ging es dann weiter über die Camargue wo wir wilde Pferde und Flamingos sehen konnten.

Nach dem Tankstopp im Montpellier wollten wir keine zusätzliche Zeit verlieren und flogen weiter der Küste entlang nach Perpignan (LFMP). Die Wolken am Himmel wurden immer dunkler, aber von der drohenden Front wurden wir verschont. In Perpignan angekommen mussten wir einsehen, dass es bereits zu spät für einen Weiterflug war. Es wäre zu knapp geworden mit acht Flugzeugen vor Sonnenuntergang in Spanien einzutreffen, insbesondere wenn wir einen Alternate hätten anfliegen müssen.

Air France in Perpignan
So waren wir nun in Perpignan anstatt in Sabadell. Zum Glück konnte ein Kollege innert kürzester Zeit ein Hotel inklusive Halbpension für uns alle organisieren. Nach einem feinen Abendessen galt es noch den Spanienrundflug vom nächsten Tag vorzubereiten.

540km - Day 3
So startete unser Spanienrundflug für den dritten Tag noch in Frankreich. Entlang der Costa Brava näherten wir uns von Nordosten her Barcelona.

Cadaqués (Costa Brava)
Leider ist der Luftraum rund um Barcelona für VFR-Flugzeuge sehr eingeschränkt, sodass wir nicht der Küste entlang oder über die Stadt selbst fliegen konnten. Dafür sahen wir noch die Formel 1 Piste von Barcelona (Circuit de Catalunya). Dabei flogen wir auch schon einmal über Sabadell (LELL), wo wir dann die Nacht verbringen werden. Der erste Stopp des dritten Tages war dann aber erst in Reus (LERS).

Von dort aus flogen wir einmal mehr der Küste entlang in Richtung Süden. Vorbei an den unzähligen Hotelkomplexen der Spanischen Riviera.

Spanische Küste
Und dann näherten wir uns schon dem Luftraum von Valencia (LEVC). Da wir den grossen internationalen Flughafen von Valencia anflogen und mit acht Flugzeugen doch schon eine grössere Flotte bildeten, konnten wir nur gestaffelt landen. Das bedeutete dann für die letzten Flugzeuge warten, respektive Holdings fliegen. Und da ich in einem der letzten Flugzeuge sass, drehten wir doch die einte oder andere Runde bevor wir in die CTR von Valencia einfliegen durften. Am Boden warteten die anderen schon und mangels Alternativen, musste der Flügel bei enormer Hitze als Schattenspender herhalten.

Wo gibt es Schatten?
Irgendwie waren wir aber auf der falschen Seite der Piste um zu tanken. So mussten wir, immer zwei Flugzeuge zusammen, dem Follow-Me-Car hinterher über die Piste rollen. Ein Tankstopp in Valencia dauerte gemäss Erfahrungen der Fluglehrer bis im April noch etwa eine halbe Stunde für VFR-Flugzeuge, doch wir warteten zwei Stunden und mehr bis wir wieder los fliegen konnten.

Weiter ging es nun wieder der Küste entlang über das Ebro-Delta zurück nach Reus, wo wir nur noch die Crew wechselten und dann direkt weiter nach Sabadell flogen. Kurz vor Sabadell erhielten wir eine Wetterwarnung für den Flugplatz. Ein Gewitter drohte über den Platz hinwegzuziehen. Auch wenn die Wolken bedrohlich aussahen, so blieben wir einmal mehr verschont und alle acht Flugzeuge konnten, abgesehen von etwas Turbulenzen, sicher in Sabadell für den letzten Nightstop landen.

Leider war es aber auch jetzt schon wieder sehr spät am Abend. So bezogen wir unser Hotel und suchten noch ein geöffnetes Restaurant, was sich erstaunlicherweise als ziemlich schwierig gestaltete. Kebab und Pizza waren nicht wirklich eine Option und sonst schien alles geschlossen zu sein. Im ersten geöffneten Restaurant bestellten wir einfach mal drauflos, auch wenn eigentlich keiner wirklich wusste, was er jetzt da genau bestellte. Das Essen liess dann aber keine Wünsche offen.

540km - Day 4
Unglaublich wie schnell die Zeit verging, da waren wir doch erst in Grenchen losgeflogen und nun mussten wir schon wieder an den Rückflug denken. Da sich das Wetter wieder von seiner besten Seite zeigte, konnten wir direkt über die Pyrenäen zurück nach Frankreich fliegen. Das erste Etappenziel war Carcassonne (LFMK). Der Anflug gestaltete sich besonders interessant, weil wir bis kurz vor der Landung auf mindestens 3700 ft eine Restricted Area der französischen Luftwaffe überfliegen mussten. Als wäre dies nicht schon genug, mussten auch noch viele kleine Wolken umflogen werden. Das resultierte dann in einem Slalomflug mit einer Sinkrate von fast 2000 ft/min anstatt 500 ft/min bis in den Final.

Von Carcassonne ging es dann weiter in Richtung Norden über die schier unendlichen Weiten Frankreichs bis nach Clermont-Ferrand (LFLC).

Weiten Frankreichs
Im Anflug erhielten wir die Mitteilung vom Turm: "Runway blocked due to tyre explosion of company aircraft!" Wir befürchteten schlimmes, denn ein Reifenplatzer während der Landung verheisst normalerweise nichts Gutes. Da es in Clermont-Ferrand nebst der normalen Betonpiste auch noch eine Graspiste gibt, konnten wir dort landen. Der Reifenplatzen stellte sich dann als nicht wirklich schlimm heraus. Beim Ausrollen nach der Landung ist einem Reifen die Luft entwichen und das Flugzeug konnte die Piste nicht mehr ohne fremde Hilfe verlassen. So musste die Feuerwehr ausrücken und das beschädigte Flugzeug von der Piste schleppen.

Nachdem wir unser Flugzeug wieder aufgetankt hatten und sämtliche Zollformularitäten erledigt waren, starteten wir mit Ziel Genf (LSGG). Die Crew des beschädigten Flugzeuges stellte sich hingegen auf einen weiteren Nightstop ein. Doch irgendwie gelang es einen Mechaniker mit Ersatzreifen aufzutreiben und im Verlauf des frühen Abends konnten auch sie nach Grenchen los fliegen. Wir steuerten währenddessen auf Genf zu als unsere Fluglehrer entschieden, nicht mehr in Genf zwischenzulanden sondern direkt nach Grenchen zurückzufliegen. Naja, so kam ich an diesem Tag nicht mehr zu einem zweiten Flug. Müde, aber um viele Erfahrungen reichen erreichten wir Grenchen. Es war eine wohl einmalige Reise mit unzähligen tollen Eindrücken und Erlebnissen.

Letzer Auslandsflug
Jeder Flugschüler von uns muss am Ende dieser Flugphase 63:45h geflogen sein. Nun konnten die meisten diese Zeit mit dem 540km-Flug nicht erreichen. Also ging es am Freitag erneut auf eine Reise ins Ausland. Da wir erst gerade vom Süden gekommen waren, flogen wir dieses Mal in Richtung Norden. Saarbrücken (EDDR) und Speyer (EDRY) standen auf dem Flugplan. Ich flog das erste Leg über den Jura, an Basel vorbei nach Karlsruhe. Dort drehte ich nach Westen wo ich mitten im Pfälzerwald einen Segelflugplatz (Bundenthal-Rumbach) suchen musste. Natürlich durfte ich dabei das GPS nicht benutzen sondern musste mich mit zwei VOR-Geräten "begnügen". Doch auch so fand ich den Platz auf Anhieb, sehr zur Enttäuschung meines Fluglehrers, welcher mich wohl gerne etwas herumirren gesehen hätte. :-)

Nach der Landung in Saarbrücken hatten wir die Möglichkeit den Tower zu besichtigen. Leider war zurzeit nicht wirklich etwas los. Es war aber dennoch interessant, denjenigen bei der Arbeit zuzusehen, welche am Funk selbst im grössten Stress die Ruhe behalten und immer freundlich versuchen, auf die Wünsche der Piloten einzugehen.

Während sich die Fluglehrer einen Kaffee gönnten, bereiteten wir uns schon wieder auf den Weiterflug vor. In Speyer mussten wir mit zu viel Seitenwind rechnen, weshalb wir uns entschieden, die Crew in Zweibrücken (EDRZ) das letzte Mal zu wechseln. Da der direkte Weg von Saarbrücken nach Zweibrücken nur wenige Kilometer beträgt, machten wir noch einen Abstecher über die Ramstein Air Base wo wir eine C-17 Globemaster III beim Start und viele weitere Transportflugzeuge der Amerikaner am Boden begutachten konnten. Der Rückflug nach Grenchen erfolgte dann auf möglichst direktem Weg, da immer mehr Wolken auftauchten. Als dann für die Region von Grenchen sogar eine Wetterwarnung ausgesprochen wurde, wollten wir erst recht keine Zeit mehr verlieren. In Grenchen erwartete uns dann aber "nur" ein böiger Wind. Sonst war der Himmel aber fast wolkenfrei, denn diese hatten sich alle am Jura gestaut.

Letzer Flug
Trotz dem Abstecher nach Deutschland vom Freitag fehlte mir am Montag immer noch 1:55h. Also ging es wieder in die Luft und da der Abschlussflug etwas spezielles sein soll, entschied ich mich für Samedan (LSZS). Eigentlich wollte ich eine regelrechte Pässetour (Grimsel, Nufenen, Gotthard, Oberalp, Septimer, Maloja) fliegen, aber das Militärtraining auf der Axalp und der damit verbundene gesperrte Luftraum schränkten mich da etwas ein. So ging es zuersteinmal über das Napfgebiet in Richtung Luzern. Von dort aus flog ich weiter über den Vierwaldstättersee, Altdorf bis nach Andermatt. Nun konnte meine Pässetour mit dem Oberalp beginnen. Alles entlang dem Vorderrhein ging es weiter nach Chur, von dort weiter über die Lenzerheide bis zum Septimerpass. Wäre ich nun direkt Samedan angeflogen, so hätte ich meine Zeit nicht ganz verfliegen können. Also entschieden wir uns kurzerhand die verschiedenen Gletscher und (Stau-)Seen zwischen Bergell, Puschlav und Engadin zu besichtigen. So konnte ich meine Pässetour noch um den Bernina erweitern. Es war einmal mehr ein unvergesslicher Alpenflug!

In den Alpen
Der Rückflug, welcher ich dann als Passagier geniessen konnte, war nicht weniger speziell. Nach dem Start in Samedan überflogen wir als erstes den Albulapass. Von dort ging es querfeldein nach Flims. Dann flogen wir innert kürzester Zeit über Segnas-, Panixer-, Kisten- und Klausenpass. Anschliessend ging es weiter über den Sustenpass, dann am Brünig vorbei auf direktestem Weg zurück nach Grenchen.

Das war also mein letzter Flug im Rahmen meiner erweiterten PPL-Ausbildung. Jetzt geht es dann wieder zurück auf die Schulbank. Aber an dem einen oder anderen Wochenende, wird man mich mit Sicherheit wieder im Cockpit antreffen...

Homepage PK ZHAW2

Wer nicht warten kann bis ich meinen eigenen Reisebericht geschrieben habe, dem empfehle ich die Homepage unserer Pilotenklasse:
www.pkzhaw2.ch
Bitte verzeiht uns noch allfällige Fehler auf der Page, sie ist erst gerade online gegangen und befindet sich noch im Aufbau. Dennoch findet sich unter der Rubrik "Berichte" in der Flugphase 3 ein äusserst lesenswerter Bericht über unsere Abenteuer auf dem grossen Auslandsflug.