Freitag, Februar 05, 2010

Zwischenhoch

Lange hatte ich warten müssen, bis ich gestern endlich wieder einmal in die Luft durfte. Mehr als einen ganzen Monat lang wollte es einfach nicht klappen. Hatte ich ein Flugzeug reserviert, dann spielte das Wetter nicht mit. Schien dann aber einmal die Sonne, so war kein Flugzeug für mich verfügbar. Und dann waren ja auch noch die Semesterendprüfungen...

Das angesagte Zwischenhoch für gestern versprach nun gutes Wetter. Und so war es dann auch. Als ich am Morgen aufstand, da war ausser ein paar Kondensstreifen keine Wolke am Himmel zu sehen. Schnell den PC gestartet und mich mit den neuesten Wetterdaten vertraut gemacht: Vereinzelte Nebelfelder im Mittelland, lösen sich aber im Verlauf des Vormittags auf, sonst überall schön.

Ein Blick auf die Webcam vom Birrfeld zeigte, dass der Nebel dort noch sehr dicht war. Aber eben, der sollte sich ja zügig auflösen. Also holte mich meine Mutter (mein Passagier für den Voralpenrundflug) ab und wir fuhren los. Beim Limmattaler Kreuz war der blaue Himmel dem tristen Grau des Nebels gewichen. Kurz vor dem Bareggtunnel riss der Nebel bereits auf, und liess die Hoffnung auf einen baldigen Start aufkeimen, um nach dem Tunnel aber nur noch dichter zu sein...

Im Birrfeld angekommen wollte sich der Nebel einfach nicht verziehen. Also bestellten wir im angrenzenden Restaurant etwas zu trinken und das grosse Warten konnte beginnen. Zum Glück hatte ich aber dieses Mal das Flugzeug den ganzen Tag reservieren können und musste nicht wie auch schon kurz nachdem der Nebel weg war wieder umkehren...

So startete ich kurz vor 13:00 Uhr zusammen mit meiner Mutter zu einem Voralpenrundflug.

Blick Richtung Westen
Wir flogen zuerst Richtung Rigi, dann über den Sattel nach Einsiedeln und von dort querfeldein ins Fürstenland.

Voralpen
Nach ein paar Runden über Gossau, der AFG Arena und St. Gallen ging es übers Appenzellerland zum Säntis.

Säntis
Anschliessend flogen wir weiter zu den Churfirsten, dem Linthkanal vom Walensee zum Zürichsee entlang und weiter zum Zugersee.

Zuger- und Vierwaldstättersee
Nach knapp zwei Stunden landeten wir dann wieder zurück im Birrfeld. Es hat einmal mehr enorm viel Spass gemacht die Schweiz von oben zu sehen. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Flug!

Freitag, Januar 29, 2010

Go Roger!!!

Nach den Semesterendprüfungen von letzter Woche haben sich die meisten meiner Mitstudenten in die Ferien verabschiedet. Doch für uns Lizenzanwärter geht das Lernen ohne Unterbruch weiter. Denn bereits in eineinhalb Wochen steht die nächste, und für mich hoffentlich letzte Session ATPL-Prüfungen beim BAZL auf dem Programm. So verbringe ich momentan die meiste Zeit vor dem Computer und klicke mich durch die Fragen zu den Fächern Flight Planning & Monitoring (033), General Navigation (061), Radio Navigation (062) und Operational Procedures (071). Auch wenn diese vier Fächer sehr nahe beisammen liegen, ist das Spektrum an Themen sehr weit:
- VFR / IFR Flugregeln
- ICAO Flight Plan
- NAT
- ETOPS
- Kartenkunde (z.B. Mercator)
- INS, EFIS, FMS
- NDB, ADF, VOR, DME, ILS, MLS
- Radar
- Loran C
- GNSS
- RNAV
- De-Icing und Anti-Icing
- Wake Turbulence
- Windshear
Diese Liste ist keinenfalls vollständig, sie soll lediglich einen kleinen Überblick über die Spannweite der Themen geben. Die mir bevorstehenden Prüfungen sind somit sehr umfassend, weshalb ich mir auch ziemlich viele einzelne Zahlen und Werte in meinen Kopf eintrichtern muss. Auch wenn ich eine gute Auffassungsgabe habe und mir neue Sachen recht schnell merken kann, ist meine Aufnahmekapazität limitiert. Ich kann nicht acht Stunden am Tag neue Sachen lernen. Sonst hätte ich am Abend schon wieder vergessen, was ich am Morgen gelernt habe. Aus diesem Grund ist es wichtig, immer wieder mal Pausen einzulegen. Und was bietet sich das besser an als die momentan stattfindenden Australian Open mit einem fabelhaft aufspielenden Roger Federer. Ich freue mich jetzt schon auf den Final vom Sonntag! GO ROGER!!!

Samstag, Januar 02, 2010

Ausblick ins 2010

Ein Jahr mit vielen unvergesslichen Erlebnissen ging zu Ende, doch was erwartet mich nun im neuen Jahr?

Beginnen wird das Jahr für mich so richtig passend nach den Feiertagen mit Prüfungen, dicht gefolgt von weiteren Prüfungen. Zuerst einmal wären da die Semesterendprüfungen von meinem Studium an der ZHAW. Während vier Tagen gilt es den Dozenten zu zeigen, was wir in den Fächern des 5. Semesters gelernt und verstanden haben (und wie viel über die Festtage wieder vergessen ging und jetzt mühsam wieder gelernt werden muss). Im Grunde stehen für die Semesterendprüfungen zwei Wochen zur Verfügung, dennoch müssen wir alle sechs Prüfungen in den ersten vier Tagen schreiben. Warum es trotz mehreren Hinweisen von Seiten der Studenten nicht möglich ist die Prüfungen etwas gleichmässiger zu verteilen, ist und bleibt mir ein Rätsel...

So bleibt jedenfalls mehr Zeit um für die in der Kalenderwoche 7 anstehenden ATPL-Prüfungen zu lernen. Dann geht es für mich zum hoffentlich letzten Mal zum BAZL nach Bern. Ich werde dann die Prüfungen für die restlichen vier Fächer ablegen. Ich habe also noch die Kapitel Flight Planning & Monitoring (033), General Navigation (061), Radio Navigation (062) und Operational Procedures (071) zu lernen. Über Sinn und Unsinn gewisser JAR-Fragen möchte ich hier nicht schreiben, aber es würde mich schon wunder nehmen, wie viel Prozent ein seit 20 Jahren im Dienst stehender Pilot bei einer solchen Prüfung erreichen würde...

Am 22. Februar beginnt dann auch schon das sechste Semester an der ZHAW. Dieses wird ganz im Zeichen der Bachelorarbeit stehen. Auch wenn viel Zeit und Aufwand in diese Arbeit investiert werden dürfte, haben wir noch ganz normalen Unterricht. Aber wenn ich die letzten vier ATPL-Prüfungen bestehen werde, so fällt immerhin die Doppelbelastung wegen der Pilotenlizenz weg. Auf dem Stundenplan stehen im letzten Semester Fächer wie LRTR (Trends und Entwicklungen in Luft- und Raumfahrt), ATE (Air Transport Economics), SRM (Safety- und Risk-Management), MTU (Mensch, Technik, Umwelt), IFRC (IFR Communication) und ATM (Air Traffic Management).

Im Sommer nach Abschluss des Studiums steht dann die Pilotenausbildung wieder ganz klar im Vordergrund. Zuerst geht es für 10 Wochen in die USA, genauer gesagt nach Vero Beach, FL. Zurück in der Schweiz geht es nochmals für drei Wochen nach Grenchen für die Flüge mit der DA-42. Mit diesen beiden Highlights wird sich dann auch das Jahr 2010 bereits dem Ende zuneigen...

Auch wenn die Vorfreude auf die bevorstehenden Flugphasen jetzt schon riesig ist, liegt der Fokus im Moment ganz klar auf den bevorstehenden Prüfungen...

Ich wünsche allen einen guten Start in ein Jahr mit hoffentlich vielen weiteren unvergesslichen Erlebnissen!

Sonntag, Dezember 20, 2009

Winter-Wonderland

Die kalten Temperaturen und der Schneefall der letzten Tage kombiniert mit strahlendem Sonnenschein verwandelten die Schweiz heute für kurze Zeit in ein "Winter-Wonderland". Diese Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen und so flog ich mit meiner Freundin für rund zwei Stunden bei traumhaften Verhältnissen in den Bergen. Anstatt hier viel zu schreiben, zeige ich lieber ein paar Bilder...

Mittelland im Schnee
Sihlsee
Säntis
Churfirsten
In den Alpen
In den Alpen
In den Alpen
In den Alpen
Luzern

Dienstag, Dezember 15, 2009

Mit Erfolg geklickt

Gestern war es (endlich) so weit und ich musste beim BAZL beweisen, was ich über die Themen Mass & Balance (031), Performance (032), Human Performances & Limitations (040) und Priciples of Flight (081) gelernt und verstanden habe...

Punkt neun Uhr sass ich also vor dem Computer und liess mir meine Fragen für PoF zusammenstellen. Das bedeutet, dass der Computer automatisch und rein zufällig 44 Aufgaben aus der Datenbank auswählt und mir diese zum Beantworten vorlegt. Dieses System hat zur Folge, dass unter Umständen (bei mir war es genau so) zwei fast identische Fragen nacheinander gestellt werden können. Entweder hat man nun Glück und ist sich bei der Antwort sicher und kriegt so einen zweiten Punkt "geschenkt" oder sieht sich mit einer Frage konfrontiert bei der man die Antwort nicht kennt. Und dies dann gleich doppelt...

Nachdem ich sämtliche Aufgaben zweimal durchgegangen bin und mir bei (fast) allen sicher war, die richtige Antwort angeklickt zu haben, entschied ich mich bereits nach der Hälfte der Zeit die erste Prüfung abzuschliessen. Denn wenn ich zu lange an einer Aufgabe herumstudiere, besteht bei mir die Gefahr, dass ich das Resultat eher verschlechtere als verbessere. Wie so oft ist der erste Gedanke der richtige, und das gilt auch für die ATPL-Prüfungen. Wobei ich hier noch anfügen möchte, dass insbesondere beim Fach 040 oft auch die längste Antwort die richtige ist...

Nach einer kurzen Pause widmete ich mich dem zweiten Fach (040). Ausser einer Frage zur Übertragung von irgendwelchen Krankheiten war ich auch hier innert kurzer Zeit sicher, das Resultat nicht mehr verbessern zu können...

Ein sehr positiver Aspekt dieser BAZL-Prüfungen ist, dass man von offizieller Seite lediglich ein Zeitfenster für die Prüfungen erhält. In welcher Reihenfolge man die Prüfungen dann klickt, und wie lange Pausen man dazwischen machen möchte, ist jedem frei gestellt. Eigentlich wollte ich zwei Prüfungen am Morgen machen und dann nochmals zwei nach einer richtigen Mittagspause. Nun war es aber erst kurz nach 10 Uhr und ich hatte ein gutes Gefühl. Also nützte ich meinen Lauf und plante kurz um. Mass & Balance liegt auch noch vor der Mittagspause drin. Als ich dann die 22 Fragen aber auch schon nach einer knappen halben Stunde gelöst hatte, hängte ich Performance gleich auch noch an...

Nachdem ich nun also innerhalb etwas mehr als zweieinhalb Stunden alle Prüfungen durchgeklickt hatte, konnte ich mit einem guten Gefühl im Bauch auf das provisorische Resultat warten. Mit Freude erhielt ich dann kurze Zeit später die Bestätigung: Ich habe mich mit Erfolg durch die Fragen geklickt...

Montag, November 30, 2009

Endspurt im 5. Semester

Die Semesterwoche 12 hat begonnen und mit ihr neigt sich auch schon das 5. Semester dem Ende zu. Vor mir liegen also noch knapp drei Wochen Unterricht und der "Studiumsteil" meiner Ausbildung ist für dieses Jahr abgeschlossen. Langeweile wird aber in dieser Zeit mit Sicherheit nicht aufkommen. Dafür sorgen insbesondere die in der letzten Woche anstehenden ATPL-Prüfungen. Nachdem ich im Sommer bereits die ersten vier Fächer erfolgreich abschliessen konnte, wage ich mich nun an die Kapitel Mass & Balance (031), Performance (032), Human Performances & Limitations (040) und Priciples of Flight (081). Sämtliche Aufgaben in diesen Fächer sind Multiple-Choice-Fragen. Zum Teil genügt dabei "einfaches" Wissen, bei anderen muss etwas ausgerechnet werden oder es gilt gewisse Werte aus Grafiken und Tabellen herauszulesen. Schlussendlich müssen für einen erfolgreichen Abschluss 75% der Aufgaben richtig beantwortet worden sein.

Die Vorbereitung auf diese Prüfungen ist nicht sonderlich kompliziert, aber extrem zeitaufwendig. Da wir den gelernten Stoff an der ZHAW nur bedingt für diese Prüfungen übernehmen können, gilt es erst einmal die Themen in den entsprechenden Nordian-Büchern im Selbststudium nachzulesen und zu vertiefen. Und dann beginnt das grosse "Geklicke"...

Um den Stoff zu verinnerlichen und um möglichst optimal für die Prüfung vorbereitet zu sein klickt sich jeder durch die unzähligen ATPL-Fragen. Immer mit dem Ziel vor Augen, über 75% zu erreichen. Und da es sich bei dem für uns zur Verfügung gestellten Fragekatalog um mehrere tausend Fragen handelt, verbringt man viel Zeit vor dem Computer und klickt Fragen, denn schliesslich ist ein Durchgang für die wenigsten genug. Wenn ich nicht im Unterricht sitze oder bei der SAT mit dem FNPT beschäftigt bin, dann werden Fragen geklickt, und zwar solange bis ich sie nicht mehr sehen kann (oder der eher unwahrscheinliche Fall, überall 100% erreiche)…

Die grösste Abwechslung zu diesem Geklicke ist eindeutig der FNPT. Nach den allgemeinen Navigationsübungen in den ersten 8 Sessions bewegten wir uns in den letzten 4 Sessions vermehrt in Richtung Boden. Approach-Übungen standen auf den Lektionenplan. Zuerst wurde die Rutschbahn der Luftfahrt, sprich ILS, ausgiebig geübt. Dann folgten Non-Precision-Approaches wie LOC-, VOR/DME- oder NDB-Approaches.

Es ist schon erstaunlich mit was für hohen Geschwindigkeiten (bis über 200km/h) und was für Höhen (wenige Meter) unter den schlechtesten Sichtbedingungen (ebenfalls wenige Meter) in der kommerziellen Luftfahrt noch geflogen werden kann. Unser Flugzeug (eine Art Piper Seneca/Seminole-Verschnitt) kann da natürlich nicht mit den grossen Airliner mithalten, aber mit einer Approach-Speed von rund 80kt und einer Entscheidungshöhe von lediglich 200ft sind auch diese Werte immer noch erstaunlich. Ich muss hier aber hinzufügen, dass besonders die Entscheidungshöhe je nach Piste und Approachverfahren sehr stark variieren kann. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon gespannt auf die erste vollautomatische Landung in einem Airbus. Ich stelle mir das ziemlich speziell vor, wenn bei null Sicht der Approach inklusive Flare und Aufsetzen vom Autopiloten/Autothrust ausgeführt wird. Bis es aber so weit ist, dauert es noch ein Weilchen...

Als nächstes stehen im FNPT die sogenannten Abnormal Operation auf dem Stundenplan. Dies sind vor allem Engine Failures/Problems in allen Phasen des Fluges und die damit verbundenen Flight Procedures One Engine Out (OEI). Bis am Freitag muss ich nun noch die dazugehörigen Checklisten verinnerlichen und auswendig lernen. Das Handling des Flugzeuges benötigt so schon genügend mentale Ressourcen, da will ich mich nicht noch mit dem Nichtwissen der Checklisten und Procedures belasten.

Während wir in den bisherigen Übungen lediglich auf dem imaginären Trainingfield International (ICAO Code: TRFX) geflogen sind, stehen in den letzten beiden Sessions auch erstmals Streckenflüge zwischen Orlando, Melbourne und Vero Beach auf dem Programm. Diese dienen als erste Vorbereitung für die Flugphase in Florida im kommenden Sommer. Auf diese 10 Wochen Flugtraining in den USA freue ich mich jetzt schon ganz besonders...

Donnerstag, November 19, 2009

Wenn der Tag zu wenig Stunden hat...

... oder die Woche zu wenig Tage. So fühle ich mich im Moment. Die Arbeitsbelastung von Studium, ATPL-Prüfungen und FNPT-Sessions ist zur Zeit so gross, dass die Freizeit fast komplett gestrichen ist und ich denn noch das Gefühl habe, zu wenig Zeit für alles zu haben. Das ist auch der Grund, weshalb ich hier nicht regelmässiger schreibe. Nach den ATPL-Prüfungen anfangs Dezember wird das dann hoffentlich wieder besser und der eine oder andere Eintrag wird dann rückblickend folgen...